“Wir für Kinder in Not” – Blog

Die Stiftung „Wir für Kinder in Not – Hilfsfonds für Kinder und Schüler“ hat jetzt auch einen Blog.

Auf dieser Seite berichten wir über unsere Arbeit.

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Sturm und Weihnachten in Thoothoor

Halli Hallo 🙂 Ich hoffe alle hatten ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr! Hier in Thoothoor ist das Weihnachtsfest, von dem wir so vieles erzählt bekommen haben und auf das wir uns schon gefreut hatten, leider ausgefallen. Grund dafür war ein starker Sturm, der viel Schäden angerichtet hat. Wir waren zur Zeit des Sturmes in Delhi, Nagpur und Wardha unterwegs. Von unserer Reise werde ich in einem separaten Blog berichten. Da wir weg waren, haben wir nichts aktiv mitbekommen. Dennoch haben Erzählungen, Videos und Fotos einiges deutlich für uns gemacht. Wie uns berichtet wurde hatte der Sturm an dem Abend angefangen an dem wir nach Delhi geflogen sind. Da wir mit Sr. Roshni unterwegs waren und Sr. Tresa und Sr. Sandhya an einer Fortbildung in Mahsala teilgenommen haben, waren Sr. Sunanda und Sr. Anupa alleine im Convent. Der Sturm hatte dafür gesorgt, dass das Convent unter Wasser stand und nicht mehr bewohnbar war. So sind die Schwestern aus Angst, dass irgendetwas passieren würden in einer der Klassenräume der Schule gegangen, um dort für die Nacht unterzukommen. Da die Klassenräume keine Türen haben sind die Schwestern am nächsten morgen mit einer Gesellschaft von mehreren Streunern, die auch nach Obdach gesucht haben, aufgewacht. Der Sturm an sich war vorbei, jedoch hat er viel Chaos hinterlassen. Wie wir in Delhi dann erzählt bekommen haben gab es kein Storm und kein Wasser, weil umgefallene Palmen Stromkosten außer Gefecht gesetzt hatten. Unterricht gabs in der Woche natürlich nicht. Das schlimmste jedoch war, dass Menschen gestorben oder vermisst worden sind. An der südlichen Küste waren Fischer aufs Meer rausgefahren, um ihrer Arbeit nachzugehen und sind zum größten Teil nicht zurückgekehrt. Familien hatten Brüder,Ehemänner, Väter und Großväter verloren.                                                            Bei unserer Rückkehr hatten wir beim einfahren in Thoothoor große Plakaten gesehen. Im Hintergrund waren zur Seite gekippte Boote zu sehen, im Vordergrund Gesichter von Männern. Aus einigen Erzählungen hatte ich erfahren, dass wenige Männer sich über Wasser halten konnten und geschwommen sind bis sie von Booten gerettet werden konnten. Andere, vorallem ältere, hatten die Kraft nicht, verabschiedeten sich von ihren Kollegen und Freunden und gaben sich dem Meer hin. Traurigerweise ist die Rettung in zwei Fällen kurz danach gekommen. 

Es hieß, dass die Regierung wusste, dass der Sturm bevorstehen würde, es aber verheimlicht hatte. Medien erfuhren davon und gaben die Information raus. Leider waren schon die Fischer rausgefahren und ihrem Schicksal überlassen. Wäre die Information früher an die Leute geraten, so hätten wohl viele Menschen nicht sterben müssen. Anderseits hatte ich auch gehört, dass die Fischer von der Warnung vor dem Sturm Bescheid wussten, aber diese unterschätzt haben. So oder so war offensichtlich, dass der Staat zu wenig gemacht hat, um den Fischern zu helfen. Aus Eigeninitiative sind die Fischer, die überlebt haben nochmal raus aufs Meer um nach Überlebenden zu suchen. Nur wenige Helikopter wurden von dem Staat losgeschickt, weswegen die Bürger rausgingen um zu streiken. Auch die Schwestern beteiligten sich daran und liefen viele Kilometer bis zur Fernzügestation in Trivandrum, wo die Züge aufgehalten werden sollten, um für Aufmerksamkeit zu sorgen.                                                                                                Um den Tod der Fischer festzustellen waren natürlich nicht bei allen der
Leichnam zu finden. Dokumente, die auf dem Wasser schwommen, verrieten das versinken von Booten und die Namen der vermissten. Anhand dieser Informationen hatte ein Requiem für alle vermissten 
stattgefunden.                                                                            Den Umständen entsprechend wurde die Weihnachtsfeier für dieses Jahr abgesagt. Für gewöhnlich würden alle nach der nächtlichen Weihnachtsmesse Nachhause gehen und sich vorbereiten. Die Frauen kochen, die Männer bereiten ihre Boote vor, man geht an den Strand, die mit vielen Lichterketten geschmückten Boote fahren raus aufs Meer und am Strand wird tagelang gespiel und gefeiert. Dieses Jahr wurde befürchtet, dass Leichen an den Strand aufgespült werden. Diese Vorstellung hat mich am meisten geschockt. Alles was ich erzählt bekommen haben, habe ich eben nur erzählt bekommen. Wir hatten nichts am eigenen Leibe mitbekommen. Alles hatte während unserer Abwesenheit angefangen und aufgehört. Für uns sah abgesehen, von einigen verbogenen Palmen, alles so aus wie wir es verlassen hatten. Als Sr. Sunanda von den beängstigenden Nächten erzählte, an denen Leute auf der Straße ziellos rumrannten und zu flüchten versuchten, konnte ich nicht anders, als mir all das auf einer Leinwand im Kino vorzustellen. Es hatte sich so surreal angehört, obwohl es nicht echter hätte sein können. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, weil wir so eine schöne Zeit hatten, während es Lehrern, Schülern und den Schwestern so schlecht ging. Es war laut den Schwestern aber gut dass wir nicht da waren. Auch wenn es eine interessante Erfahrung für uns gewesen wäre, hätte eine größere Anzahl an Menschen für mehr Arbeit und Bedarf an Wasser gesorgt, welches zu dem Zeitpunkt nicht hätte gedeckt werden können. 

Trotz allem haben wir uns eine schöne Weihnachtszeit gemacht. Unter den Lehrern sowie im Convent haben wir gewichtelt und schöne Geschenke bekommen. Wir waren vorher mit Sr. Anupa um die Einkäufe zu erledigen. Ich hatte für eine Lehrerin einen Sari bzw einen Teil vom Sari gekauft, den sie am ersten Tag nach den Ferien auch anhatte :). Von einer anderen Lehrerin hatte ich ein schönes indisches Oberteil bekommen, was super gepasst hat und mir sehr gelegen kam, da ich noch keins in der Farbe hatte 😀 Von Sr. Sunanda, die mich im Convent-Wichteln gezogen hat, habe ich ein sehr ausgefallenes Oberteil samt Schal und Hosenstoff bekommen. Ich freue mich schon darauf es anziehen zu können, wenn es unsere Nachbarin fertig genäht hat.                                                   Abends haben wir uns dann für die Messe fertig gemacht. Lisa und ich hatten zum ersten Mal unsere neuen Saris an, die wir aus unserer Reise mitgebracht hatten, an. Der Gottesdienst begann um 23:00 Uhr, so hatten wir noch genug Zeit um einige Fotos von uns und Vaishali, der Küchenhilfe, zuknipsen. Als wir hier in Indien ankamen war Vaishali nicht alleine. Zu zweit haben Vaishali und Sonya unser Essen gekocht und die Schule sauber gehalten. Nach einigen Wochen ist Sonya auf Anfrage ihres Vaters wieder Nachhause gefahren. Sonya war ein verschlossenes Mädchen. Sie ging ihrer Arbeit nach und hat nur das nötigste gesagt. Nach dem Sonya nachhause gekehrt ist, hatten wir viel mehr mit Vaishali zu tun, da sie nun aktiver im Convent war. Wir halfen ihr ein wenig in der Küche, sodass wir unter anderem gelernt haben Chapati zu machen. Vaishali ist ein sehr junges Mädchen, wahrscheinlich um die 15 Jahre. Sie sprach nur Hindi, weswegen es ein wenig schwierig war uns mit ihr zu verständigen. Ihr großes Interesse an allem und ihre fröhliche Art macht es jedoch möglich, dass wir zusammen über vieles lachen können :). Vaishali freute sich sichtlich, dass sie mal einen Anlass hatte, um sich besonders schick zu machen. Sie war aufjedenfall sehr aufgeregt in die Kirche zu gehen und erinnerte mich an uns, als wir das ersten Mal in die Kirche gegangen sind und unbeholfen nach den Schwestern geschaut haben, die uns zeigten wo wir uns hinsetzen konnten.                       Für die Messe war der Altar besonders schön geschmückt. Blumenboquets, schöne Stoffe und Kerzenständer verzieherten den Raum. Auch die Krippe rechts vom Altar war mit vielen Lichtern beleuchtet und nicht zu übersehen. Nach der Messe gab es noch eine kleine Prozession an der wir und alle anderen teilnahmen. Zum Andenken an alle, die im Sturm verstorben sind, liefen wir mit angezündeten Kerzen durch Thoothoor. Ich hatte mir bei dem kleinen ‚Spaziergang‘ Gedanken über etwas gemacht, was der Pfarrer am Tag zuvor bei unserem gemeinsamen Samstagsfrühstück gesagt hatte: ‚With the boot, the Existenz of these families has sunken.‘ IMG_3680

Um 2 Uhr morgens machten wir uns dann zusammen auf den Weg ins Convent und beendeten unser Weihnachten mit Kaffee und Kuchen.

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Erster Blog

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Indienbericht – 28. und 29. Juni 2015 – Abschluß

An diesem Sonntagmorgen mussten wir um 4 Uhr aufstehen und um 5 Uhr frühstücken. Dann fuhren wir mit Sr. Lissy und Sr. Manisha mit Sack und Pack zum Flughafen in Nagpur. Dort gab es beim Einchecken keine Probleme mit Gewicht oder Inhalt der Gepäckstücke. Mit unseren Gepäckanhängern mit Sicherheitsstempel an jedem Gepäckstück warteten wir auf unseren Flieger, der uns nach Delhi bringen sollte. Weiterlesen

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Indienbericht – 27. Juni 2015

Heute ist der 27. Juni, ich muss also vier Wochen zurückdenken, um mein Reisetagebuch fortsetzen zu können. Inzwischen habe ich mich von der anstrengenden Reise erholt.

An diesem Tag hatten wir wieder Programm, und zwar das einzige längere Programm an einer der großen Schulen. Es fand nach 9 Uhr in Hinganghat statt, der ersten Schule, die das Theresianum Mainz mit gebaut hat. Weiterlesen

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Indienbericht – 26. Juni 2015

Heute stand „Ruhetag im Provinzhaus“ und „Shopping“ auf dem Plan, den die Provinzoberin zusammen mit Sr. Veena erstellt hatte. Das Shopping hatten wir mit drei schönen Stoffen für meine Schwester und drei Schals für den Basar am Tag vorher nach den Fotos erledigt. Die Suche nach kleinen Elefanten blieb ergebnislos, auch in Wardha. Ich wollte sie als kleine Geschenke mitnehmen. Wir hofften auf Nagpur. Weiterlesen

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Indienbericht – 25. Juni 2015

Der Tag begann um 7 Uhr mit dem indischen Gottesdienst, den einige Priester und Patres, die noch zu Gast waren, feierten. Die Gäste aus Kerala blieben noch einen Tag und machten einige Besuche in der Umgebung. Um 10 Uhr stand Jeevan, unser Fahrer, mit dem Jeep bereit, um unsere kleine Reisegruppe mitzunehmen. Diesmal fuhr Sr. Sanguita, eine junge Krankenschwester-Ausbilderin, mit uns. Unsere Ziele lagen in der Umgebung von Wardha in einem Teil, wo neun verschiedene Ordensgemeinschaften verstreut eine Niederlassung haben: Ordenshäuser, Noviziate, Hochschulen. Weiterlesen

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Indienbericht – 24. Juni 2015 – Fest Johannes des Täufers

Heute wurde der zweite Höhepunkt unserer Reise gefeiert, auf den viele schon die ganze Woche hinlebten und –arbeiteten.

Neun Schwestern feierten Silbernes Ordensjubiläum, eine davon, Sr. Nivedita, hatte an Pfingst in Deutschland gefeiert, wo sie Lebt und arbeitet. Vier junge Schwestern legten ihre ewige Profess ab. Im ersten Fall wurde eines Vierteljahrhunderts treuen Ordenslebens mit allen Höhen und Tiefen gedacht, im zweiten der letzte Schritt der lebenslangen Bindung gegangen. „Silverstars“ Silbersterne wurden die Jubilarinnen genannt. Weiterlesen

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Indienbericht – 23. Juni 2015

Um 7 Uhr war heilige Messe und dann Frühstück, Danach fuhren wir um 10,30 Uhr in die Pfarrei der Schwestern in Wardha, deren Pfarrer wir schon bei der Haussegnung gesehen hatten. Zunächst zeigte er uns seine Kirche und das im Bau befindliche neue Pfarrhaus, denn das alte sei baufällig. Was uns sehr beeindruckte war ein schönes Basketballfeld und große Schulgebäude. Weiterlesen

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Indienbericht – 22. Juni 2015

Um 7 Uhr begannen wir den Tag mit der heiligen Messe. Das Haus füllte sich jeden Tag mit neuen Gästen, Schwestern aller Generationen, die aus vielen Teilen des großen Landes kamen, die zum Teil weite Fahrten mit der Bahn auf sich genommen hatten, um die Jubiläumsfeiern mitzuerleben und mitzuhelfen bei den Vorbereitungen. Ich lernte immer wieder Schwestern kennen, die mir aus langer Korrespondenz bekannt waren, die ich aber nie persönlich kennen gelernt hatte. Die Schwestern der ersten und zweiten Generation, die vor 50 Jahren in Deutschland und England ihre Ausbildung gemacht hatten, freuten sich, ihre alten Deutschkenntnisse wieder einsetzen zu können. Namen wie Sr. Prasada, Sr. Vishala oder Sr. Shanta waren mir nur vom Hörensagen bekannt. Weiterlesen

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Indienbericht – 21. Juni 2015

Um 7.30 Uhr feierten ein indischer Priester und Pater Johannes mit uns die heilige Messe. Danach gab es Frühstück, das immer eine warme Mahlzeit ist. Wir bekommen als Vorspeise immer Porridge, damit haben wir eine gute Grundlage für den Vormittag. Danach habe ich im Garten ein paar Blumenfotos gemacht. Um 10 Uhr fuhren wir mit Sr. Lissy in das nahe gelegene Sewagram, wo wir zunächst mit Regenschirm in der Hand den Ashram besuchten, in dem Mahatma Gandhi viele Jahre gelebt und gearbeitet hat. Die kleinen Häuser werden liebevoll erhalten, um so einen Teil von Gandhis Erbe weiterzugeben. Die Räume dürfen nur mit bloßen Füßen betreten werden. An manchen Orten herrscht Stillschweigen. In der Mitte ist ein großer offener Platz, auf dem jeden Tag eine Gebetszeit abgehalten wird. Auf der anderen Straßenseite besuchten wir ein kleines Gandhi-Museum, in dem mit lebensgroßen Figuren, mit Bildern, Fotos und Dokumenten sein Leben erzählt wird. Weiterlesen

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