September & Oktober

Hallo!

Leider liegt mein letzter Post jetzt schon zwei Monate zurück. Die Zeit hier vergeht wirklich unglaublich schnell. Nadine ist inzwischen schon wieder in Deutschland und auch Nikolas, Hannah und mir bleiben nur noch 3 Wochen in Indien. Das ist sehr schade, ich habe mich hier jetzt wirklich super eingelebt und vor allem die Kinder in der Schule sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich glaube, der Abschied im November wird mir nicht leicht fallen.

Ueber das Wichtigste der letzten Monate möchte ich hier gerne im Nachhinein noch ein wenig berichten. Die meiste Zeit waren wir natürlich hier in Wardha und haben an der Schule geholfen. Neben dem Unterrichten haben wir seit August noch eine andere Aufgabe: Wir sollen die Bücher der Schulbibliothek neu sortieren, jedes Buch beschriften und anschließend in ein Register eintragen. Die Stunden, in denen wir laut unserem Stundenplan Unterricht haben, sind wir also in den Klassen und während den übrigen Stunden und teilweise auch noch nachmittags arbeiten wir in der Bibliothek. Das ist bei ca. 5000 Büchern zwar viel Arbeit, aber es ist wirklich eine sinnvolle Aufgabe. In der Bibliothek waren nämlich die wenigsten Bücher an ihrem Platz, sodass man sie auch gar nicht richtig nutzen konnte. Inzwischen haben wir aber alles sortiert und auch mit dem Beschriften und Eintragen ins Register sind wir fast fertig. Bis zu unserer Abreise sollten wir es also schaffen, unsere Arbeit in der Bibliothek komplett zu beenden. 🙂

Außerdem hatten wir sogar zweimal die Möglichkeit, ein wenig zu reisen – einmal nach Mumbai & Goa und das zweite Mal nach Kopreli & Gomini, zwei kleine Dörfer. 🙂
Nach Mumbai und Goa sind Nadine, Nikolas, Hannah und ich vom 7. bis zum 18. September ohne die Schwestern gefahren. Wir hatten nämlich nachgefragt, ob es denn eine Möglichkeit gäbe, noch einen anderen Teil von Indien zu sehen und da meinten sie, dass wir ja zu viert seien und dass es deshalb kein Problem sei, wenn wir alles selbst organisieren und auch alleine reisen.

So haben wir es dann auch gemacht und am Abend des 7. September standen wir mit gepackten Taschen am Bahnhof in Wardha. Dort hieß es dann allerdings leider erst mal Warten. Unser Zug hatte nämlich fast 2 Stunden Verspätung, was aber für indische Verhältnisse wohl nicht ungewöhnlich ist. 😉 Um kurz nach 8 saßen wir dann endlich im Zug in der Sleeper Class. Und Zugfahren in Indien ist wirklich schon ein Abenteuer für sich. Die Türen waren genau wie die Fenster fast die ganze Zeit offen und in unserem Abteil waren außer uns noch 5 Inder. Wir hatten zum Glück Liegeplätze, allerdings konnte ich während dieser Fahrt leider trotzdem nicht wirklich gut schlafen.

Morgens um 11 Uhr sind wir dann mit inzwischen 5 Stunden Verspätung in Mumbai angekommen und nachdem wir unser Gepäck ins Hotel gebracht hatten, sind wir gleich in Richtung Gateway of India aufgebrochen. Das Gateway of India ist ein 24m hohes Tor, welches direkt am alten Hafen gelegen ist und das früher die Schiffe, die aus Richtung Westen Mumbai erreichten, sozusagen begrüßen sollte.


Direkt neben dem Gateway of India befindet sich das Taj Mahal Hotel, ein wirklich beeindruckendes Gebäude.


Ursprünglich wollten wir an dem Tag mit einem Boot zur Insel Elephanta fahren, wo auch die Elephanta Caves zu sehen sind. Daraus wurde aber leider nichts, da die Boote aufgrund des hohen Wellengangs nicht gefahren sind. Wir haben uns dann entschieden stattdessen zu Fuß einen kleinen Rundgang zu machen, bei dem wir z.B. über den Colaba Market geschlendert sind. Anschließend waren wir noch auf dem Crawford Market, in dessen Markthallen man vor allem frisches Gemüse und Obst sowie Gewürze kaufen kann. Danach haben wir uns auf den Weg zurück zum Hotel gemacht, um dort in der Nähe nach einem Restaurant zu suchen.

Für den nächsten Tag hatten wir uns einen Fahrer gemietet, um noch so viel wie möglich von Mumbai sehen zu können, bevor wir abends schon nach Goa aufbrechen würden. Nach dem Frühstück ging es dann auch schon gleich los Richtung Malabar Hill, wo sich z.B. die Hanging Gardens befinden.


Vom Malabar Hill aus hatte man auch eine gute Aussicht auf den Chowpatty Beach. Anschließend haben wir uns noch verschiedene Tempel angeschaut und sind auch zum Haji Ali Dargah gefahren, eine Moschee, die sich auf einer kleinen Insel befindet und bei Ebbe über einen schmalen Damm zu erreichen ist.

Abends sind wir dann mit dem Zug vom Victoria Terminus aus nach Goa gefahren, diesmal pünktlich. 😉 Dieser Bahnhof, auch CST genannt, ist übrigens auch sehr sehenswert.


Am Morgen des nächsten Tages erreichten wir Goa und da wir dort 7 Tage geblieben sind und somit genug Zeit hatten, alles zu erkunden, haben wir uns montags erst mal ein wenig ausgeruht. Unser Hotel befand sich in Mapusa, was im nördlichen Teil von Goa liegt. Abends sind wir dann noch mit dem Bus nach Anjuna ans Meer gefahren und haben den Tag dort ausklingen lassen.

Für Dienstag war dann ein typisches Touristenprogramm geplant: Zuerst waren wir in Old Goa, wo wir uns sämtliche Kirchen wie z.B. die Basilica of Bom Jesus, die Sé Cathedral und die Church of Francis of Asissi angeschaut haben. Old Goa (auch Velha Goa) war früher, als Goa noch von den Portugiesen besetzt war, die Hauptstadt Goas. Heutzutage wird es allerdings immer mehr zu einer Geisterstadt.

Anschließend sind wir mit dem Bus in die heutige Hauptstadt Goas gefahren, nämlich nach Panaji. Auch dort haben wir einige Sehenswürdigkeiten besichtigt und sind danach dort noch auf den Markt gegangen, bevor wir wieder ins Hotel zurückgekehrt sind.

Mittwochs wollten wir dann eigentlich nach Anjuna auf den Flea Market, wo wir gehofft hatten, ein paar Mitbringsel zu finden. Jedoch mussten wir in Anjuna dann feststellen, dass dieser Markt nur während der Touristensaison ab Januar aufgebaut wird. Etwas enttäuscht haben wir dann beschlossen trotzdem in Anjuna zu bleiben, um einfach ein wenig Zeit am Strand zu verbringen. Außerdem gab es auch trotzdem einige Stände und auch jede Menge Strandverkäuferinnen, die Sachen wie Schmuck, Tücher, Kissenbezüge und Taschen verkauft haben. Anschließend haben wir noch gemütlich in Anjuna zu Abend gegessen, bevor es mit dem Bus wieder zurück nach Mapusa ging.

Nachdem der Mittwoch also eher ruhig und entspannend war, stand für Donnerstag etwas mehr Action auf dem Programm. 😉 Morgens wurden wir von einem Taxi abgeholt, das uns direkt an den Rand des Bhagwan Mahaveer Sanctuarys gebracht hat. Unser Ziel waren nämlich die Dudhsagar Wasserfälle, die sich mitten in diesem Naturschutzgebiet befinden. Um dorthin zu kommen, mussten wir dann allerdings auf Motorräder umsteigen. Normalerweise fahren Jeeps zu den Wasserfällen, aber während der Monsunzeit ist das nicht möglich, sodass man bis Anfang Oktober die Wasserfälle nur auf Motorrädern erreichen kann. Jeder von uns hat sich also hinter einen Inder auf ein Motorrad gesetzt und schon ging’s los! Diese Fahrt war wirklich einfach nur abenteuerlich! Es ging mitten durch den Dschungel und es gab zwar schmale Wege, aber die waren auch nicht optimal für die Motorräder. Es ging im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein und auch durch kleine Flüsse oder Bäche. Am Anfang war mir das alles ehrlich gesagt nicht so geheuer, aber nach einer Weile hatte ich mich daran gewöhnt und konnte die Fahrt genießen. In diesem Sanctuary leben übrigens auch verschiedene Tiere wie z.B. Leoparden und Tiger. Leider sind diese Tiere aber fast nie zu sehen, sodass auch wir nur Kühe (was auch sonst, Kühe sind hier in Indien ja eigentlich überall! 😉 ), Affen und Schmetterlinge gesehen und einen Elefanten gehört haben.

Nach fast einer Stunde Motorradfahrt hatten wir die Wasserfälle dann fast erreicht. Von diesem Punkt aus mussten wir dann aber noch ein Stück zu Fuß weiter. Hierbei mussten wir auch mehrere Gewässer durchqueren, sodass wir am Ende alle doch recht nass waren. Aber es hat sich gelohnt, denn nach diesem Fußmarsch standen wir direkt vor den Wasserfällen. Das war schon ein fantastischer Anblick! 🙂 Die Dudhsagar Waterfalls sind übrigens die fünftgrößten Wasserfälle Indiens.

Anschließend wurden wir von unserem Taxi zu einer Spice Plantation gefahren, wo wir ein bisschen was über indische Gewürze erfahren und die Pflanzen gezeigt bekommen haben. Dort haben wir dann auch zu Mittag gegessen und anschließend haben wir uns auf den Weg zurück zum Hotel gemacht.

Freitags sind wir zuerst auf den Mapusa Friday Market gegangen. Hier kann man von Stoffen & Schmuck über Obst, Gemüse & Gewürze alles kaufen.

Danach sind wir weiter nach Arambol gefahren, eine weitere Stadt direkt am Meer, wo wir einfach ein wenig Zeit am Strand verbracht haben und an ein paar Ständen, an denen Tücher und Schmuck verkauft wurden, gestöbert haben.

Der Samstag war dann auch schon unser letzter richtiger Tag in Goa. Wir sind nach Candolim gefahren, wo wir uns das Fort Aguada mit einem alten Leuchtturm angeschaut haben. Den übrigen Tag haben wir dann auch in Candolim verbracht, vor allem am Strand. Baden ging zwar leider nicht, wir waren ja noch während der Monsunzeit dort, aber es war trotzdem schön. Mit dem Wetter hatten wir übrigens richtig Glück, es hat wenn überhaupt immer nur kurz oder nachts geregnet.

Am Sonntag waren wir vormittags in Calangute, sind dort in ein paar Geschäfte gegangen und haben uns auch hier den Strand angeschaut. Hier war richtig viel los, viel mehr als in den Städten, in denen wir in den vorherigen Tagen waren. Wir mussten allerdings schon nachmittags wieder zum Hotel zurückkehren, um unser Gepäck zu holen. Denn abends um 21.40 Uhr würde unser Zug von Margao, einer Stadt etwas weiter südlich in Goa, abfahren. Da Busfahren mit all dem Gepäck immer etwas schwierig und anstrengend war, haben wir beschlossen, mit dem Zug nach Margao zu fahren. Das war allerdings ein großer Fehler! Wir waren schon um 18 Uhr am Bahnhof und angeblich sollte auch um halb sieben ein Zug kommen. Das hätte dann ja alles locker gereicht. Jedoch war um 20 Uhr immer noch kein Zug da und weil Margao schon ein gutes Stück entfernt war, mussten wir ein Taxi nehmen, um unseren Zug nach Mumbai nicht zu verpassen. Es wurde dann alles sehr knapp, aber wir haben es gerade rechtzeitig nach Margao geschafft und saßen schon kurze Zeit später im Zug Richtung Mumbai. Es gibt nämlich leider keinen Direktzug von Goa nach Wardha. In Mumbai kamen wir am nächsten Vormittag an und hatten dann dort Aufenthalt bis abends. Auch wenn ich während der Zugfahrt von Goa nach Mumbai, anders als während der ersten Zugfahrt, wirklich gut schlafen konnte, waren die Stunden, in denen wir auf den Zug gewartet haben ziemlich anstrengend. Es hat dann aber alles geklappt und wir saßen abends pünktlich im Zug und haben Wardha am nächsten Morgen ebenfalls fast pünktlich erreicht. 😉

Es war wirklich eine schöne Reise, bei der ich noch zwei ganz andere Seiten von Indien kennenlernen durfte. Ich bin wirklich froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. 🙂

Weitaus bewegender war jedoch die zweite Reise, die wir unternommen haben.

Vom 13. bis zum 16. Oktober sind Nikolas, Hannah und ich zusammen mit Schwester Esther nach Kopreli und Gomini gefahren. In diesen Dörfern sollten wir ursprünglich für eine längere Zeit wohnen und dort auch helfen. Allerdings hatten sie dort im August und September wohl ziemliche Probleme mit Überschwemmungen und auch mit Moskitos. Deshalb haben die Schwestern beschlossen  dass es nicht gut sei, uns dort hinzuschicken, weil die Gefahr, dass wir z.B. Malaria bekommen, zu groß war. Ich finde es allerdings sehr schade, dass es nicht geklappt hat und nachdem wir dort waren, bedauere ich es ehrlich gesagt noch mehr.

Jedenfalls wollten die Schwestern es uns dann wenigstens ermöglichen, für ein paar Tage in die beiden Dörfer zu fahren. Und da am 15. und 16. Oktober aufgrund eines Hindu- Festes schulfrei war, bot sich dieses Wochenende an. Wir sind also samstagsmorgens mit dem Bus losgefahren. Die Reise war sehr anstrengend: Wir mussten einmal umsteigen und am Ende noch eine Weile Rikscha fahren. Und insgesamt waren wir 8 Stunden unterwegs! Das war bei den eher klapprigen indischen Bussen und den mit Schlaglöchern übersäten Straßen eine interessante, allerdings nicht unbedingt angenehme, Erfahrung. Na ja, wir haben Kopreli dann nachmittags erreicht und das ist ja die Hauptsache.

Dort leben 3 Schwestern und ein Pater. In Kopreli gibt es, anders als in den meisten anderen Dörfern in der Umgebung, eine Schule. Deswegen leiten die Schwestern dort eine Art Internat für Kinder aus sehr armen Familien, die eigentlich in Dörfern leben, in denen es keine Schule gibt („Boarding“). Dadurch haben diese Kinder die Chance, zur Schule zu gehen und sie haben genug zu essen. Einige der Kinder haben auch einen oder beide Elternteile verloren oder ihre Eltern kümmern sich nicht um sie. Für sie ist es also umso wichtiger, dass sie die Möglichkeit haben, bei den Schwestern zu leben. In Kopreli leben insgesamt so um die 120 Kinder.

Als wir dort ankamen, wurden wir auch gleich von einigen von ihnen in Empfang genommen und begrüßt. Nachdem wir gegessen hatten, haben wir auch erst mal ein wenig Zeit mit den Kindern verbracht. Schade war allerdings, dass sie fast kein Englisch konnten. Sie lernen in der Schule zwar Englisch, aber die Schwestern meinten, dass in der Schule der Kinder leider nicht sehr viel Wert auf Englisch gelegt werden würde; zumindest nicht darauf, Englisch zu sprechen. So konnten wir leider nicht sehr viel über die einzelnen Kinder erfahren und ihre Fragen konnten wir auch nicht beantworten. Wirklich schade! Stattdessen haben wir dann aber ein paar Fotos mit und von ihnen gemacht und das war für die Kinder schon das Größte. Sie haben sich so darüber gefreut und sind nach jedem Foto alle ganz aufgeregt zur Kamera gestürmt, um sich das Foto anzuschauen. Es war wirklich schön zu sehen, wie sehr sich die Kinder darüber gefreut haben und wie glücklich sie gewirkt haben.

Anschließend sind wir mit einer Schwester spazieren gegangen und sie hat uns die Landschaft dort gezeigt: Reisfelder, Bäche, Wald… einfach wunderschön!

Einige der Felder gehören auch den Schwestern. Sie bauen nämlich z.B. Reis an und versorgen sich damit zum Teil selbst. Sie haben auch Kühe, Enten, Ziegen und andere Tiere. Bei der Versorgung der Tiere und bei der Arbeit auf dem Feld helfen auch die Kinder kräftig mit.

Sie gehen ja jeden Morgen zur Schule, anschließend lernen sie, arbeiten auf dem Feld und spielen. Und abends beten und singen sie dann immer gemeinsam.

Als wir von unserem Spaziergang zurück kamen war es auch schon Zeit für das abendliche Gebet und anschließend haben die Kinder noch für uns gesungen und uns sogar Blumen geschenkt. Wir haben ihnen dann „If you’re happy and you know it“ beigebracht und Süßigkeiten verteilt, die wir für sie gekauft hatten.

Am nächsten Tag war ja Sonntag, sodass erst mal Gottesdienst gefeiert wurde. Und im Anschluss daran sind wir mit dem Pater in ein Dorf namens Labantola gefahren. Dieses Dorf ist nochmal um Einiges kleiner als Kopreli. Dort leben vor allem christliche Familien. Es ist ein armes Dorf, aber inzwischen haben die Leute dort alle richtige Häuser aus Stein oder aus Lehm. Uns wurde erklärt, dass das vor einigen Jahren noch nicht so war und dass die Kirche viele der Häuser für die Familien hat bauen lassen. Inzwischen haben sie sogar Strom, der allerdings nur wenige Stunden am Tag wirklich zur Verfügung steht. Viele der Kinder von dort leben übrigens in Kopreli bei den Schwestern und können somit zur Schule gehen. Wir wurden von den Leuten in Labantola sehr herzlich empfangen, in einer Familie haben wir auch Tee getrunken. Leider mussten wir aber schon recht bald wieder gehen, da wir mittags in Gomini sein wollten. Also hieß es auch in Kopreli tschüss sagen.

Der Pater hat uns dann nach Gomini gefahren, wo wir von den Kindern gleich mit einem Lied begrüßt wurden. In Gomini leben auch so um die 100 Kinder, die genau wie in Kopreli dadurch die Möglichkeit haben zur Schule zu gehen (in Gomini gibt es eine Schule). Allerdings waren zurzeit unseres Besuches nicht alle Kinder da, weil viele über die Feiertage zu ihren Familien gefahren sind.

Wir haben dort erst einmal etwas gegessen und haben uns anschließend etwas umgeschaut und ein wenig Zeit mit den Kindern verbracht.

Sr. Esther ist an dem Tag übrigens nicht bei uns geblieben, sondern nach Allapalli gefahren. Das ist ein Dorf ganz in der Nähe von Gomini. In diesem Dorf lebt ihre Familie, sodass sie sie bei dieser Gelegenheit besucht hat.

Den Nachmittag haben wir dann damit verbracht, mit einer Schwester und einem Pater, der neu in Gomini war, einige christliche Familien zu besuchen und abends sind wir mit dieser Schwester, dem Pater und einigen Kindern in ein benachbartes Dorf gelaufen, wo gemeinsam gebetet wurde. Nach dem Gebet war es schon dunkel und wir sind mit Taschenlampe unter einem wunderschönen Sternenhimmel zurück nach Gomini gelaufen. Nach dem Essen dort haben uns auch hier die Kinder nochmal ein Lied gesungen und wir haben auch ihnen „If you’re happy and you know it“ beigebracht und Süßigkeiten verteilt.

Die Tage in den beiden Dörfern werde ich wohl nie vergessen. Die Kinder dort haben so wenig und strahlen trotzdem so viel Lebensfreude aus. Man konnte ihnen schon mit Dingen, die wir vermutlich als „Kleinigkeiten“ ansehen würden, eine riesige Freude machen. Das hat mich doch sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht.

Montagsmorgens haben wir uns dann jedenfalls wieder mit Sr. Esther getroffen und sind mit dem Bus nach Hinganghat gefahren. Das liegt zwischen Wardha und Gomini und von dort aus braucht man nicht mehr allzu lange nach Wardha. In Hinganghat gibt es auch einen Konvent, den wir bei dieser Gelegenheit besucht haben. Hier leiten die Schwestern einen Kindergarten, eine Schule und auch dort leben einige Kinder aus kleinen Dörfern, damit sie zur Schule gehen können. Außerdem wohnen dort einige Mädchen, die das Nähen beigebracht bekommen. Das Grundstück dort ist wirklich riesig, es ist der größte Konvent, den wir bisher gesehen haben. Wir haben bei den Schwestern gegessen und sie haben uns alles gezeigt und anschließend sind wir auch schon weitergefahren.

Unser nächstes Ziel war Alipur, ein Dorf, das sich in der Nähe von Hinganghat befindet. Dort leiten die Schwestern ebenfalls eine Schule und einen Kindergarten. Eigentlich wollten wir auch in Alipur nur kurz Halt machen, aber wir haben dann spontan entschieden, doch über Nacht dort zu bleiben. Am nächsten Morgen wurden wir noch den Schülern vorgestellt (die Kinder dort hatten nur montags schulfrei) und sind anschließend mit dem Bus zurück nach Wardha gefahren.

Die beiden Reisen waren wirklich super und ich bin sehr froh, dass wir die Möglichkeiten bekommen haben, sowohl nach Goa und Mumbai als auch nach Gomini und Kopreli zu fahren. 🙂

Auch in Wardha haben wir inzwischen Einiges zu sehen bekommen. Wir sind zum Beispiel zu dem Ort hier in Wardha gefahren, wo Gandhi eine Zeit lang gelebt hat. Die Hütte, in der er gewohnt hat, steht noch und kann besichtigt werden.

Außerdem waren wir letzte Woche auf einem Hindu- Fest. Die Hindus haben mehrere Tage lang ihre Göttin Durga verehrt und da direkt auf der Straße vor unserem Konvent gefeiert wurde, haben wir jeden Abend die Musik gehört. An einem Tag haben wir uns das mit Sanju und seiner Mutter dann mal angeschaut. Es war wirklich die ganze Straße voller Menschen, es wurde gesungen, gegessen und getanzt. Alles war mit Lichterketten geschmückt und an mehreren Stellen waren Durga- Figuren aufgestellt. Es war sehr interessant das mal mitzubekommen.

So, das war so das Wichtigste der vergangenen Monate! 😉

Ganz liebe Grüße aus Wardha! Laura

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