Schulalltag in Wardha

Freitag, 10.08.2012

Namaste 🙂

Da Nikolas und Nadine in den letzten Wochen  ja sehr ausführlich über unsere Eindrücke und Erlebnisse hier berichtet haben, melde ich mich erst jetzt wieder aus Wardha.

Jetzt sind wir schon einen Monat in Indien und inzwischen haben wir uns schon gut eingelebt. In der Schule haben wir seit einer Woche unsere Stundenpläne. Ich helfe jetzt in den Klassenstufen 1- 5, bin aber immer noch hauptsächlich in der ersten Klasse, in der ich auch schon die ganze Zeit mitgeholfen habe. In den höheren Klassen sind wir während des Cursive-, Reading- und Conversation- Unterrichts. Neben uns ist aber immer ein Lehrer mit in der Klasse, sodass wir die Lehrer manchmal einfach nur ein wenig unterstützen, indem wir z.B. beim Korrigieren helfen. Teilweise unterrichten wir aber auch selbst. Ich muss sagen, dass das Unterrichten in den höheren Stufen um Einiges einfacher ist als in den ersten Klassen. Dort sind zwar in jeder Klasse so um die 70 Kinder, also sogar noch mehr als in den ersten Klassen, aber die Schüler können besser Englisch, was die Kommunikation für uns natürlich viel einfacher macht. Von daher bin ich wirklich  froh über den Stundenplan und mir macht die Arbeit an der Schule viel Spaß. Besonders schön finde ich, dass die Kinder sich immer sehr freuen, wenn ich in die Klasse komme. Das ist immer ein tolles Gefühl und dadurch freut man sich natürlich umso mehr auf den Unterricht.

 

Der Schulalltag sieht hier an der Agragami School folgendermaßen aus: Die Schule beginnt mit einer täglichen Zeremonie um 7.55 Uhr. Bei dieser Zeremonie werden Lieder gesungen (vor allem über Gott, aber auch z.B. die Nationalhymne), es wird gebetet und gegebenenfalls werden Neuigkeiten durch die Schwestern verkündet. Anschließend geht der Unterricht los. Neben den drei Sprachen Englisch, Marathi und Hindi haben die Schüler Fächer wie Mathe, Environmental Studies (zumindest in der 1. Klasse, später wird das Fach dann z.B. durch History und Science ersetzt), General Knowledge, Value Education, Reading, Cursive, Conversation, Sports, Art, Working Experience und Drawing. Um 11 Uhr ist dann Lunch Break und die Kinder essen Chapati und Gemüse, welches sie von zu Hause mitgebracht haben. Nach der Pause geht dann der Unterricht weiter bis die Schule um 14.00 Uhr bzw. für die High School um 14.10 Uhr endet. Nach Hause kommen viele Schüler mit dem Fahrrad oder Roller, ein Großteil fährt aber immer mit der Rikscha.

Auch samstags haben die Kinder hier Schule, allerdings nicht bis 14.00 Uhr sondern nur bis 12.00 Uhr.

 

 

Inzwischen waren Nadine, Nikolas und ich auch schon zweimal auf dem Markt. Dort kann man eigentlich alles kaufen. Nadine und ich haben uns z.B. Stoffe für Saris gekauft, die jetzt gerade in der Schneiderei sind. Wir sind mal gespannt, wie sie am Ende aussehen werden. Neben Gemüse, Gewürzen und Obst, bekommt man dort alles Mögliche wie Uhren und Schmuck, aber auch Seife, Shampoo und sogar Toilettenpapier. 😉

Ausserdem war letzte Woche Donnerstag, am 02. August, hier in Indien ein Feiertag, nämlich Rakshabandhan. Auch wenn Nikolas davon schon berichtet hat, möchte ich hier nochmal ein bisschen was erzählen, weil es mir sehr gut gefallen hat. Rakshabandhan wird eigentlich in den Familien gefeiert. Die Mädchen schenken ihrem Bruder ein Armband, das Rakhi genannt wird. Das steht symbolisch dafür, dass sie miteinander verbunden sind und der Bruder immer auf seine Schwester aufpasst. Hier an der Schule wurde es dann ein wenig abgeändert: Die Mädchen der Grundschule haben Jungs aus höheren Jahrgängen ein Rakhi geschenkt und dafür von ihnen Schokolade bekommen. Außerdem gab es ein Programm mit Liedern, Tänzen und Reden. An diesem Tag hatten die Schüler nicht ihre Schuluniform an, sondern sie durften normale Kleidung tragen. Da es ja ein Festtag war, haben sich alle sehr schick gemacht. Das war wirklich schön, denn dadurch war alles noch bunter und feierlicher. Am besten an dem Fest fand ich aber die Stimmung. Alle waren sehr fröhlich und gut gelaunt. Die Erstklässler waren alle wahnsinnig aufgeregt und haben sich richtig gefreut. Das war wirklich schön und auch sehr ansteckend. 🙂

 

So das war’s erstmal. Ich melde mich bald wieder, um von den Erlebnissen hier zu berichten.

Liebe Gruesse aus Wardha!

Laura

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