Ausflug nach Nagpur

11.07.2012

Heute haben wir unseren ersten Ausflug gemacht. Da wir ein paar Einkäufe wie Waschpulver zu erledigen hatten und wir uns auch indische Kleidung kaufen wollten, sind wir heute Morgen nach Nagpur aufgebrochen. Dadurch haben wir heute nicht in der Schule geholfen. Begleitet hat uns eine Schwester, die hier in Wardha im Provincial House lebt und die wir bisher noch nicht kannten. Als wir nach der zweistündigen Autofahrt, die wie jede Fahrt hier wieder ein Erlebnis war, in Nagpur ankamen, haben wir zunächst die Schwestern dort besucht. Einige von ihnen konnten sogar deutsch, was wir sehr schön fanden. Bei diesen Schwestern haben wir dann auch zu Mittag gegessen. Das war sehr lecker und zum ersten Mal hier in Indien haben wir Bananen gegessen. Sie schmecken viel besser als in Deutschland, weil sie einfach frischer sind. Anschließend sind wir zu einem Einkaufszentrum gefahren. Da Nagpur eine größere Stadt ist, gibt es dort so etwas. Dort hatten wir dann aber nur recht wenig Zeit, aber es war dennoch genug, um das Nötigste und ein indisches Gewand, einen Salwar zu kaufen. Einen typisch indischen Sari wollen Nadine und ich uns auch noch kaufen, dazu hatten wir heute aber leider noch keine Zeit.

Nach dem Einkaufen haben wir bei den Schwestern noch einen Tee getrunken und dann sind wir wieder zurück nach Wardha gefahren. Hier in Wardha haben die Schwestern heute Abend extra für uns Nudeln gekocht, worüber wir uns wirklich gefreut haben! 🙂 Das zeigt auch wieder, wie gastfreundlich man hier ist.

Ansonsten muss ich sagen, dass es sehr schön war, heute mal aus Wardha rauszukommen, da wir bisher das Gelände hier noch nicht wirklich verlassen durften. Das lag daran, dass wir erst bei der Polizei registriert werden mussten und das einige Zeit gedauert hat. Aber seit heute ist zum Glück alles geklärt, sodass auch die Fahrt nach Nagpur möglich war.

Je mehr ich von Indien sehe, desto besser gefällt es mir hier. Die Menschen sind alle ausgesprochen herzlich und ich empfinde Indien als ein sehr lebendiges Land, was ich wirklich schön finde.

Wobei es natürlich nicht einfach ist, all die Armut mitanzusehen. Es ist wirklich krass, wie groß die Kluft zwischen arm und reich hier ist. Das wurde uns heute auf der Rückfahrt wieder besonders bewusst: Zunächst sind wir an einem Kind vorbeigefahren, dass im Müll nach Essen gesucht hat, und wenige Minuten spaeter befand sich am Straßenrand ein riesengroßes Werbeplakat (wir vermuten für ein Fitness- Studio) mit der Aufschrift „Guaranteed Weight Loss“. Situationen wie diese machen einem sehr deutlich, dass der eine Teil der Gesellschaft hier wirklich nichts und ein anderer Teil mehr als genug hat. Das hat uns sehr bewegt und es hat uns auch mal wieder vor Augen geführt, wie gut es uns in Deutschland geht. Man lernt das Leben hier wirklich zu schätzen.

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