Angekommen in einer anderen Welt

Mittwoch, 04. Juli 2012:

Heute ist unser zweiter Tag hier in Wardha. Die Anreise verlief zum Glück problemlos, aber darüber hat Nikolas ja schon ausführlich berichtet. 😉 In Nagpur wurden wir gestern Morgen dann herzlich empfangen und anschließend nach Wardha gebracht. Hierfür mussten wir eine zweistündige Autofahrt hinter uns bringen und nun können wir eindeutig alles bestätigen, was Janina in ihrem Blog zu diesem Thema geschrieben hat: Linksverkehr, niemand blinkt (stattdessen wird einfach gehupt, um sich Platz zu verschaffen) und neben vielen Menschen begegnet man auf der Straße auch jeder Menge Tiere wie Ziegen und Kühen. Aber wir sind gut angekommen und wie Nikolas schon geschrieben hat, wohnen wir hier zu unserer Überraschung alle im selben Konvent und Nadine und ich teilen uns ein Zimmer. Wir wohnen  direkt neben der Agragami Convent School.


Es ist eine wirklich schöne Schule und sie ist, im Gegensatz zu den meisten anderen Gebäuden hier, in einem sehr guten Zustand. Gestern war keine Schule, da ein Feiertag war, und so war heute der erste Tag, an dem wir etwas vom Schulalltag mitbekommen haben. Selbst geholfen haben wir jedoch noch nicht. Als uns die Schüler gesehen haben, kamen einige zu uns und wollten eine Unterschrift. Das war uns sehr unangenehm und wir wussten nicht wie wir reagieren sollten. Zum Einen wollten wir die Schülerinnen nicht kränken, andererseits wollten wir sie in ihrem Denken, wir seien „besonders“, auch nicht zusätzlich bestätigen. Wir entschieden uns dann unentschlossen und eher überfordert ihnen eine Unterschrift zu geben.

Den Rest des Tages verbrachten wir zum Großteil in unserem Zimmer, da die Schwestern einige Dinge erledigen mussten und es für uns wenig zu tun gab. Dafür erfreuten wir uns an unserem neuen Mitbewohner Fridolin, ein Gecko (oder Eidechse, ganz sicher sind wir uns nicht), den wir heute Morgen nach dem Aufstehen an der Wand entdeckten ;). Außerdem nutzten wir den Tag, um ein paar Fotos von dem Konvent und den hier lebenden Streifenhörnchen und Straßenhunden zu machen.


Zum Essen lässt sich bis jetzt vor allem eins sagen: Scharf! Daran müssen wir uns erst gewöhnen, denn eigentlich ist alles was man isst scharf. Ausnahmen sind Brot (ausgesprochen „Tschabati“) und Reis, die Hauptbestandteile jedes Essen sind. Die Gastfreundlichkeit der indischen Schwestern zeigt sich auch darin, dass sie scheinbar extra für uns Toastbrot, Schmierkäse und Marmelade besorgt haben, denn alles war verschlossen. Außerdem stand heute Morgen zusätzlich herzhaftes indisches Essen auf dem Tisch, welches die Schwestern aßen.
Den morgigen Tag erwarten wir mit Freude, da wir voraussichtlich morgen mit in die Einrichtungen dürfen.

Laura & Nadine

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