Das Leben in den Doerfern und Ferien am Meer

Jetzt sind schon wieder 4 Wochen vergangen ohne, dass wir euch von unseren Erlebnissen hier berichtet haben. Seit drei Wochen fahren wir regelmaessig mit Schwester Lissy in kleinere Doerfer und Gemeinden, um dort die Kranken zu behandeln und Medikamente auszuteilen. Oft haben die Menschen in den Doerfern keine Moeglichkeiten ihre Krankheiten behandeln zu lassen, weil es in ihrem Umkreis keine Aerzte und kein Krankenhaus gibt. Hinzu kommt, dass die Doerfer so abgelegen sind, dass sie selbst fuer uns mit dem Auto schwer zu erreichen sind. Die Menschen, die dort leben sind durch ihre Abgeschiedenheit oftmals sehr arm und leben zum groessten Teil durch Selbstversorgung. Ausserdem gibt es in vielen dieser Gegenden keine einzige Schule, was die Situation der Menschen noch verschlechtert. Wir fragen uns, welche Zukunft wohl die vielen Kinder in diesen Doerfern haben werden, wenn sie weder lesen und schreiben, noch Portugiesisch sprechen koennen. Fuer uns ist es unbegreiflich wie die mosambikanische Regierung solch eine mangelhafte Schulbildung verantworten kann.

Den Rest der Woche arbeiten wir weiterhin im Krankenhaus. Letzte Woche sind an einem Tag neun Menschen gestorben, die nach einem LKW- Unfall eingeliefert wurden. Weitere Verletzte schweben noch in Lebensgefahr und niemand weiss, was man mit den noch nicht identifizierten Toten machen soll. Hier ist es fast unmoeglich Schwerverletzte richtig zu behandeln, da schlicht und ergreifend die Medikamente und Geraete fehlen. Sicherlich muessten weniger Menschen sterben, wenn die Krankenhaeuser hier mehr Mittel und hoehere Standards haetten.

Wir haben uns vom Krankenhausalltag erholt, als wir erst fuer einen Tag nach Gilé in eine andere Missionsstation und danach eine Woche nach Chocas, einem Dorf am Meer gefahren sind. Gilé liegt in dem Distrikt Zambézia auf einem Berg. Dort leben 3 Schwestern und circa 70 Maedchen, die dort zur Schule gehen. Wir wurden mit Gesang begruesst und haben uns die ganze Zeit ueber sehr wohl gefuehlt.
Danach sind wir nach Chocas de Mar gefahren. Dort haben wir in einem kleinen Haus direkt am Meer gewohnt. Es gibt kilometerweite einsame Sandstraende an denen ausser uns nur Fischer waren. Die Menschen dort leben hauptsaechlich von der Fischerei und es wird kaum Tourismus betrieben, was fuer uns bei dieser atemberaubend schoenen Landschaft unbegreiflich war. Die meisten Haeuser dort sind leerstehend und werden nur als Ferienhaeuser benutzt. Die anderen sind so verfallen, dass es eigentlich nurnoch Ruinen sind. Trotzdem leben dort noch Menschen, was uns sehr verwundert hat.

Gestern sind wir wieder in Iapala angekommen. Die Zeit hier vergeht wie im Flug und wir koennen es kaum glauben, dass wir in vier Wochen schon wieder in Deutschland sind.
Die naechste Woche werden wir in der Gynaekologie arbeiten und sind schon gespannt, was wir dort erleben werden.

Annalena & Joelle

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