Arbeit im „kindergarten“

Nach den ganzen Reisen faengt natuerlich unsere Arbeit wieder an. Ich, Franziska, bin von Pipri nach Mhasala umgezogen und unterrichte dort jetzt im „Upper K.G.“ Englisch. In indischen Kindergaerten sind die Kinder nicht zum Spielen, sondern zum Lernen. Ich war verbluefft, als ich das erste Mal in meine Kindergartenklasse kam und an der Tafel die Zahlen bis 100 gelesen hatte. Die kleinen Kinder lernen schon in Druckschrift zu schreiben, sowie die Zahlen  und die englische Sprache. Im Unterricht wird vorwiegend Englisch gesprochen, doch ist es natuerlich immer wieder notwendig, dass alles ersteinmal auf Hindi erklaert wird und dann nochmal auf Englisch. Es ist schon bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Kleinen eigentlich ersteinmal Ihre eigene Staatssprache lernen, in unserem Fall Marathi, dann Hindi als Landessprache lernen muessen, sowie Englisch als zweite Landessprache. Mit meinen fuenfjaehrigen Kindern uebe ich Lesen und die richtige Aussprache der englischen Woerter. Erst muss alles buchstabiert werden, bevor die Woerter gelesen werden – die Kindergartenkinder koennen das Alphabet fast besser als ich :). Am naechsten Tag wir alles wiederholt, bis wenigstens die Grossteil der Klasse folgen kann. Bei den 40 Kinder – nur 14 Maedchen – gibt es grosse Unterschiede. Es ist sehr schwer bei so vielen Kinder auf jeden einzeln einzugehen, aber im Moment kann ich mit den etwas schwaecheren Kindern an der Tafel ueben, waehrend die Klassenlehrerin mit den anderen schriftliche Aufgaben macht. Die Lehrer haben wirklich viel zu tun, weil sie alles, was die Kinder in ihre Hefte schreiben, jeden Tag korrigieren muessen. Die Lehrerin und ich wechseln uns immer mit Unterrichten und Korrigieren ab. Kurz vor Schulschluss lese ich jeden Tag noch eine kleine Fabel vor und bringe ihnen eine Strophe von „He`s got the whole world“ bei. Am schoensten ist es, wenn dann am Ende einen 40 Kinder anstrahlen, zusammen „Thank you teachers“ sagen und einzeln nochmal zu einem rennen um sich mit „Goodbye teacher“ winkend zu verabschieden. 🙂

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