Indienbericht – 26. Juni 2015

Heute stand „Ruhetag im Provinzhaus“ und „Shopping“ auf dem Plan, den die Provinzoberin zusammen mit Sr. Veena erstellt hatte. Das Shopping hatten wir mit drei schönen Stoffen für meine Schwester und drei Schals für den Basar am Tag vorher nach den Fotos erledigt. Die Suche nach kleinen Elefanten blieb ergebnislos, auch in Wardha. Ich wollte sie als kleine Geschenke mitnehmen. Wir hofften auf Nagpur.

Den Ruhetag nutzte jeder für sich mit Spaziergängen im Garten zu den wunderschönen Wasserlilien und anderen blühenden Pflanzen. An den Palmen, die die Straße zum Eingangstor säumten, konnte man sich den Hals ausrecken, wenn man schaute, wo sie endeten. Interessant war die Rinde, die wie eingepackt schien. Nach dem Mittagessen machte ich mich mit dem Fotoapparat auf den Weg zur Mhasala School nebenan. Eigentlich waren noch Ferien, es wurden nur Vorbereitungen wie Bücherausleihe u.ä erledigt, dennoch saß der Schulhof voller Schülerinnen und Schüler. Ich pirschte mich ans Schultor, wobei ich ein kleines ängstliches Mädchen aus dem Slum gegenüber traf, das ich vorsichtig fotografierte. Da wurde mir wieder bewusst, dass wir als Weiße auffallen. Und wer trägt schon Söckchen in den Sandalen?! Mit den Schülerinnen verständigte ich mich aus der Ferne mit Winken, was sie fröhlich erwiderten – dann konnte ich ein Foto von ihnen machen.

An der langen Mauer des Schulhofs standen Sprüche aus der Bibel und von Pater Haw in lateinischer und Hindischrift. Direkt neben dem Eingang wies ein Schild darauf hin, dass die Schule über Whiteboards von der Firma XY verfügt. Eine Information, die ich schon in einer anderen Schule gelesen und gesehen hatte.

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Zum Kaffee- bzw. Teetrinken traf sich unsere kleine Gruppe wieder im Speisesaal, wo sich auch die Schwestern nach der Arbeit im Haus oder außerhalb einfanden und sich stärkten. Das heißt, wir wollten uns treffen – aber Pater Johannes war verschwunden. Kein Suchen und Rufen brachte ihn herbei. Da lief Sr. Veena auf die Straße und erfuhr von einem Mann, dass er dort vorbeigegangen sei. Und da die Wege weit und gefährlich sind, machte sie sich mit Fahrer und Jeep auf die Suche und fand den verloren gegangenen Pater im nächsten Ort, wo er einen schönen Hindutempel besucht und fotografiert hatte. Eigentlich war er auf der Suche nach den Affen gewesen. Auf unserem Grundstück und in der Umgebung leben etwa fünf Affenfrauen mit ihren Jungen, die wir bei unserer Ankunft gesehen hatten – und dann erst wieder an einem Morgen von der Kapelle aus, wo die Affen über die Mauer spazierten, die das Grundstück begrenzt. Schade, in der Kapelle hat niemand eine Kamera dabei!!!

Sr. Swatis (Dr. der Psychiatrie) Auto war an diesem Tag nicht angesprungen, so dass der Fahrer sie ins Krankenhaus zur Arbeit bringen musste. Sr. Tessy, die Leiterin der Krankenpflegeschule in einem großen Krankenhaus, wird jeden Tag vom Fahrer des Krankenhauses abgeholt und abends wieder gebracht. Sr. Manisha kann die 5 Minuten Schulweg zu Fuß zurücklegen. Sr. Pooja ist mit dem Roller unterwegs.

Für 18.30 Uhr stand auf unserem Programm: Danksagungsmesse und Abendessen mit den Schwestern aus den benachbarten Konventen der Johannesschwestern. Ich fand es immer schön, wenn wir die Schwestern wiedertrafen, weil es dann leichter war, sich ihre Gesichter und Namen einzuprägen. Einige waren überrascht, dass ich mich erinnerte, wie sie heißen und wo sie vor vier Jahren gearbeitet hatten. Da die Schwestern alle 3-5 Jahre ihren Standort wechseln, ist es nicht immer leicht, den Überblick zu bewahren. Das gilt vor allem für die Einrichtungen, bei denen unsere Patenkinder angesiedelt sind. Auf der anderen Seite lerne ich auch immer wieder andere Schwestern kennen oder begegne denen wieder, die ich schon an anderen Orten erlebt habe.

Die Kapelle füllte sich schnell, und es wurde bald klar, dass der Danksagungsgottesdienst für Sr. Veena gehalten wurde, um ihren 70. Geburtstag nachzufeiern und ihr zu gratulieren. Dies geschah u.a. mit einer schönen Ansprache von Sr. Lincy. Vor dem gemeinsamen Abendbrot gratulierte noch einmal jede Schwester persönlich. P. Johannes und ich bekamen von Sr. Swati schnell ein Blümchen in die Hand gedrückt, damit wir nicht mit leeren Händen dastanden. Nach dem Abendessen verschwanden alle Jeeps wieder vom Hof, denn alle, die nicht im Provinzhaus wohnen, fuhren wieder in ihre Häuser zurück.

Ich versuchte den Abend damit abzuschließen, dass ich noch einmal an den Rechner im Büro von Sr. Vineeta, der Provinzökonomin, ging. Manchmal waren andere Schwestern schneller, aber ich konnte meine Post immer lesen und verschicken, auch wenn ich oft die Letzte am PC war.

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