Indienbericht – 24. Juni 2015 – Fest Johannes des Täufers

Heute wurde der zweite Höhepunkt unserer Reise gefeiert, auf den viele schon die ganze Woche hinlebten und –arbeiteten.

Neun Schwestern feierten Silbernes Ordensjubiläum, eine davon, Sr. Nivedita, hatte an Pfingst in Deutschland gefeiert, wo sie Lebt und arbeitet. Vier junge Schwestern legten ihre ewige Profess ab. Im ersten Fall wurde eines Vierteljahrhunderts treuen Ordenslebens mit allen Höhen und Tiefen gedacht, im zweiten der letzte Schritt der lebenslangen Bindung gegangen. „Silverstars“ Silbersterne wurden die Jubilarinnen genannt.

Am Vorabend war für die vielen Gäste im Haus, Schwestern und Verwandte ein Catering aufgebaut worden, damit alle satt zu essen hatten. Der neu angebaute Flügel des Hauses konnte viele Gäste aufnehmen. Alle Generationen waren vertreten. Auch zahlreiche Priester und Patres gehörten zu den Gästen, zum Teil weit aus dem Süden oder anderen Gebieten angereist. Das Frühstück wurde in Etappen eingenommen. Die letzten Gäste waren in der Nacht oder am frühen Morgen eingetroffen. Es war wie ein großes Familienfest.

Auf dem Schulhof der angrenzenden Mhasalaschule war ein großes Zelt für mehr als 400 Personen aufgebaut und aufwändig geschmückt worden. Der Weg vom Provinzhaus zum Tor war mit Fahnen und rot-weißen Luftballons geschmückt. In der langen und breiten Auffahrt standen die Jeeps der verschiedenen Gemeinschaften und der Gäste, im Hof der Schule ebenso. Es war ein sehr heißer Tag, einiges über 30 Grad. Der uns schon bekannte Erzbischof Abraham aus Nagpur und der hiesige neue Bischof Mar Ephrem von Chandra standen dem Gottesdienst in syro-malabarischem Ritus vor. Unterstützt wurden sie von geschätzt 20 Priestern und Patres. Links auf einer großen Leinwand wurden die einzelnen Teile des Gottesdienstes bezeichnet und die Liedtexte in indischer oder lateinischer Sprache abgedruckt. Kleine Zeichnungen erläuterten das Geschehen. Eine Band aus Schwestern und jungen Patres sorgte für den Gesang. Diese Form des Gottesdienstes wir immer wieder erweitert durch Wechselgesänge zwischen Zelebranten und einer Stimme aus der Gemeinde. Im Laufe der Messfeier geschah die Gelübdeablegung vor dem Bischof und die Gelübdeerneuerung der Jubilarinnen. Von der ersten Reihe aus konnte ich alles gut mitverfolgen. Trotz der Ventilatoren war es sehr heiß, auch wenn man ruhig saß.

Nach dem Gottesdienst, der fast drei Stunden dauerte, und dem Foto der Jubilarinnen mit den Bischöfen gab es eine halbe Stunde Pause zum Mittagessen. Wir gingen ins Provinzhaus hinüber und konnten dort in Ruhe essen. Die anderen aßen im Zelt.

Der zweite Teil umfasste die Felicitations, die Glückwünsche, ein sehr umfangreiches, aber schönes Programm. Es begann mit Tanz und Begrüßungsrede. Daran schloss sich die Begrüßung der Jubilarinnen und Gäste mit Geschenken an. Und dies ist ein gut durchdachtes Ritual. Jeder und jede Beglückwünschte bekommt eine Schwester zugeordnet, die die Geschenke überreicht. Das ich zu den weitgereistesten Gästen gehörte, bekam ich einen Blumenstrauß von einer der ältesten Schwestern, Sr. Sushila überreicht. Inzwischen wearen in den ersten Reihen besonderen Plätze für die Geehrten aufgebaut worden, die wie Sofas aussahen. Dann wurde der Festtagskuchen von allen Jubilarinnen gleichzeitig angeschnitten. Vor dem Frühstück hatten die beiden Namenstagskinder Sr. Prasada und Pater Johannes auch schon einmal einen großen Festtagskuchen angeschnitten. Interessant war ein Dokumentarfilm aus dem Leben der einzelnen Jubilarin. Da die Provinzoberin, Sr. Arpita, unter den Jubilarinnen war, hielt Sr. Veena als Vertreterin der Generaloberin ihr die Festtagsrede. Die einzelnen Redner waren mit Foto und Namen immer auf der großen Leinwand notiert.

Vor mir saß ein kleines Mädchen, das mich schon von seinem Platz auf der Seite immer wieder anlächelte. Dann strich es über meine Füße und Beine, was mir natürlich etwas peinlich war.

Auf Sr. Arpitas Dank an ihre Mitjubilarinnen und Blumen folgt ein Wort des Bischofs von Chanda Mar Ephrem und eines Paters Job aus Kerala, der am Abend vorher mein Nachbar beim Abendessen gewesen war. Auch der Gemeindepfarrer erhielt das Wort. Für die Jubilarinnen dankte Sr. Savita, die Schulleiterin der Schule in Jeripatka. Zwischendurch wurde Kuchen, Wasser und Tee gereicht, ohne das Programm zu unterbrechen.

Ein Dankwort von Sr. Manisha, die durch das Programm geführt hatte, und ein Lied der vier Professen beendete die Feier um 15.30 Uhr. Die Zeit war uns gar nicht lang geworden. Alle wollten wissen, wie uns die Feier gefallen hat.

Dann reisten die ersten wieder ab. Es hieß Abschied nehmen und gute Reise wünschen. Vorher konnte ich noch schnell die Post für Gomini einer Schwester mitgeben, auch der Bischof von Chanda bekam zwei Patenbriefe von mir.

Um 16 Uhr haben wir, Sr. Veena, Pater Johannes und ich zusammen Kaffee/Tee getrunken, um auch Pater Johannes’ Namenstags zu gedenken. Mit den verbliebenen Gästen haben wir zusammen zu Abend gegessen – damit schloss ein ereignisreicher Tag!!!

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