Fahrt nach Wardha zu den Weihnachtskrippen

Nach einem knappem Monat bei den Schwestern ohne das Gelaende zu verlassen (ausser Kleidung kaufen in Nagpur) kamen wir einen Tag vor Silvester ganz unerwartet nochmal raus! Wir sassen gerade beim Mittagesse als Sister Shruti und Sister Victoria uns mit der Neuigkeit ueberfielen, dass wir in einer halben Stunde nach Wardha aufbrechen wuerden. Wir hatten in der Aufregung fast keine Zeit fuer Vorfreude! Schnell assen wir zuende, packten unsere Taschen und zogen unsere indische Kleidung an. Als wir durch das Tor des Konventes hinaus auf die Strasse fuhren, packte uns ein Gefuehl der Freiheit. Wir waren so froh, was Neues zu sehen.

Zunaechst fuhren wir zum Agragami Provincial House in Mhasala, wo uns die Ordensleiterin Sister Arpita willkommen hiess. Zu dem praechtigen, riesigen Haus fuehrte eine beeindruckende Palmenallee. Wir wurden zu Tee und Kuchen eingeladen und stellten mit Erstaunen fest, dass das Gebaeude von Innen einem deutschen Kloster sehr aehnelte. Es sah ganz anders aus als bei uns. Ein Highlight war fuer uns eine Gebaeckkugel aus Delhi, die nach Kokos und Mandel schmeckte und wie imner sehr suess war. Nur leider konnte uns niemand den Namen nennen. Der Konvent war umgeben von einem saftig gruenen Garten und wir machten Fotos von den veschiedensten Blumen. Bevor wir weiterfuhren kam uns eine Schwester auf einem Mofa entgegen gebraust; ein sehr lustiger Anblick!

Als naechstes besuchten wir den dazugehoerigen ausgelagerten Kindergarten. Die Candidates die bei uns ihre ersten 2 Jahre und das College abgeschlossen haben, ziehen danach in diesen Konvent, um ihre 2-jaehrige Bible School Ausbildung in Wardha zu absolvieren. Auffaellig war hier die sehr dramatische Weihnachtskrippe, die aus einem blutenden Herz bestand, in dem mehrere Messer mit verschiedenen Aufschriften steckten. Z.B.: Pollution, Murder, Mollestation. Zu unserer Freude trafen wir eine Schwester, die ihre Ausbildung in Deutschland absolviert hatte und entsprechend gut Deutsch sprechen konnte, an.

Danach fuhren wir zu der Bible School, wo die groesste Krippe stand. Ein Weg fuehrte an prominenten Bibelstellen vorbei, deren Figuren alle menschliche Groesse hatten. Von Adam und Eva ging es bis zur Weihnachtsgeschichte. Es war wirklich eindrucksvoll und wir haben uns gefragt, wie lange die Candidates daran gearbeitet haben muessen. Jedes Jahr wird naemlich eine vollkommen andere Krippe gebaut. Besonders schoen waren die mit Neonfarbe an die Hoehlenwand gemalten 3 Koenige auf Kamelen. An diesem Wegstueck musste man sogar durch eine Hoehle gehen. Ausserdem gab es eine indische Maria und eine Jesus in Buddha Position zu bestaunen. Diese fanden wir besonders amuesant.

Unsere letzte Station war eine Ausbildungsstaedte fuer werdende Priester. Auch ihre Krippe war life size und hatte beeindruckende Baumhaeuser und in der Dunkelheit leuchtende Sterne in den Baeumen. Wir trafen einen aelteren Priester, der viele Jahre lang in Deutschland gelebt hatte und akzentfrei Deutsch sprechen konnte. Wir waren es gar nicht mehr gewohnt, mit jemand Anderem Deutsch zu sprechen! Es war sehr nett. Als wir zum dritten Mal zum Tee eingeladen wurden und den Esssaal betraten, verfolgten uns 50 neugierige Augenpaare der werdenden Priester, die nicht viel aelter als wir waren, auf Schritt und Tritt.

Auf dem Heimweg fuhren wir durch Wardha. Es war mittlerweile schon stockdunkel und der Ortskern wurde nur durch viele bunte Lichter erleuchtet. Trotz der spaeten Stunde tummelten sich die Menschen nur so auf den Strassen und auf dem Markt. Wir waeren am liebsten ausgestiegen und durch die Strassen gelaufen, um mehr zu sehen. Die Staende aehnelten sich alle sehr und boten Obst, Kleidung, Schmuck und immer wieder dieselben kleinen indischen Snacks an.

Voller Eindruecke und sehr Gluecklich fielen wir todmuede in unsere Betten.

 

 

 

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