Indische KULTur hautnah!

Hallo meine lieben Blogleser!
Knapp zwei Wochen ist es nun her, dass ich euch von meinem Aufenthalt hier in Thoothoor berichtet habe. Zwei Wochen waren wir von der Aussenwelt “abgekappt”- kein Internetzugang. Dafuer gibt es jetzt umso mehr Neues und Erzaehlenswertes! Seid gespannt, viel Spass beim Lesen!!

Die Schulwoche vom 5.-9. August verlief sehr ruhig, zwei verschiedene Feiertage wurden zelebriert: Zum Einen feierte Thoothoor am 6. August einen Hindufeiertag und am 9. August feierten die muslimischen Einwohner “Id-ul-Fitr”. Waehrend dieser Feiertage blieb die Primary and Nursery School geschlossen. Weiterhin durfte ich in den vergangenen Wochen den Englishunterricht von Sr. Roshini uebernehmen. Die Kids lernten erneut Stories, unter anderem die Geschichte: “Where is my house?” . Anfangs las ich den Kindern die Geschichtevon Somu und dessen Haus mehrere Male vor, ganz gespannt lauschten sie,kicherten und beobachteten mich beim Vorlesen. Natuerlich musste die Geschichte mit “Action” vorgetragen werden, sodas auch jeder die Geschichte verstehen konnte 🙂 Anschliessend lernten wir diese auswendig.
Waehrend der Unterrichtsstunde beobachtete Sr. Nitya die Klasse sowie mich… Beim Mittagessen war sie ganz aus dem Haueschen und verkuendete, wie “excellent” der Unterricht gewesen sei, ich haette doch echt ein “Gespuer” fuer die Kids. Wie auch immer, der Englishunterricht in der ersten Klasse bereitet mir wirkliche Freude, soviel steht fest!!!

Am Donnerstag den 8. August waren einige Lehrer so sehr mit den Vorbereitungen fuer den Independence Day beschaeftigt, dass ich den Kids aus meiner Klasse eine weitere Geschichte vorlas.. Diesmal die story: “We are friends”. Zu meiner Ueberraschung folgten die Schueler sogar meinem Arbeitsauftrag : “ Please write down the words which are written on the board.” Juhu! 🙂

Was sonst so in der Klasse passiert:
An einem Morgen kam Ashon, ein Schueler meiner Klasse, mit grossen Kulleraugen auf mich zu und fragte:” Miss, can you tie my shoooe?” Ruckzuck sassen wir auf dem Fussboden, und ich versuchte ihm das Schuhebinden beizubringen. Zwar hat Ashon den Dreh mit der Schleife am Ende noch nicht so ganz raus, dafuer aber hatten wir beide Spass! Das zaehlt:)

Independence Day:
Indien feiert am 15. August seinen Independence Day. Natuerlich feiert auch Thoothoor bzw. die Grundschule diesen besonderen Tag! Daher probten die Kids, wie bereits in den anderen Blogeintraegen erwaehnt, ihren Marsch sowie den “Flag Salute”seit einiger Zeit. Nach der Schule oder auch mal am Samstag wurde noch ein Tanz und eine Rede einstudiert. Am Abend zuvor halfen wir gemeinsam mit einigen Mitgliedern der “Jesus Youth”-Gruppe die Buehne, die Boxen und die Dekoration aufzubauen. Sr. Pavana umsorgte uns anschliessend mit einer leckeren Banane und einer Tasse Tee! Am 15. August bot der Marsch den Auftakt zum grossen Independence-Day-Fest, anschliessend hielten Schueler und Lehrerinnen einige Reden, es wurde getanzt, gesungen und ein Standbild mit den wichtigsten indischen “freedomfighters” gab es sogar auch Das Highlight an diesem Tag war allerdings das Hissen der Flagge, Sr. Pavana hisste auf dem Schulhof der Primary School die indische Flagge. Im Convent zelebrierten wir den Independence Day mit einem sehr reichlichen Mittagsessen 🙂 Unheimlich lecker! Waehrend auf der Strasse ein kleiner Umzug mit geschmueckten Tatas, mit Flaggen und Kindern beladen, an unserem Convent vorbeizog.

Freizeit:
Wenn es uns moeglich ist, spazieren Alina und ich sehr gerne am Strand entlang. So auch an den vergangenen Wochenenden… An einem Nachmittag begleitete uns Sr. Nitya, dort traf sie auf einige Mitglieder ihrer Jesusu Kids Gruppe, die im Schatten eines Fischerbootes ein Brettspiel spielten. Kurzerhand wurden Alina und ich gefragt, ob wir nicht mitspielen wollten. Aber klar!! Nach einigen Versuchen hatten wir das Spiel verstanden: Ca. 20 Chips muessen in den vier Ecken des Bretts “versenkt” werden… Wie wild haben Alina und ich versucht die runden Steine in die Ecken zu schnipsen. Mit mehr oder weniger Erfolg sassen wir zusammen mit den indischen Kindern, es wurde viel gelacht ob ueber unsere deutschen Kuenste des “Schnipsens” oder einfach so. Egal. Es war eine tolle Erfahrung!

Gestern Nachmittag besuchte uns unsere indische Freundin Roshjana, die Lehrerin der Pre K.G. Kids, um unsere Haende mit “Mehandi” (Hennafarbe) zu bemalen. Zu dritt sassen wir auf der Terasse, waehlten die verschiedenen Motive aus, und Roshjana begann erst Alinas, dann meine linke Hand zu bemalen. Nach gut zwei Stunden waren die Kunstwerke fertig! Nun sehe ich echt indisch aus: Lilafarbenener Sari, eine mit Henna bemalte Hand und einem “Bindhi” auf der Stirn. 🙂

So meine lieben Leser, ab heute beginnt meine letzte Woche hier in Thoothoor, Indien!
In vollen Zuegen werde ich nocheinmal das indische Leben, die Menschen und deren Kultur geniessen… Abschied von meinen Erstklaesslern nehmen, das indische Essen, die Musik weiterhin geniessen, bis es heisst: Koffer packen!

Meinen letzten Bericht werde ich deshalb von zuhause aus posten, bis dahin!

Namastee Eure Anna

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